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Faith and Order Paper 214

Als de diplomatie de overhand krijgt...

ArticleImages 59079 marinovich1Myroslaw Marynowitsch stuurde ons vandaag onderstaand artikel waarin hij zijn visie geeft op de opstelling van de Heilige Stoel in het conflict tussen Rusland en Oekraïne. Zijn kritiek is dat voor de Heilige Stoel de band met het Patriarchaat van Moskou zwaarder weegt dan het recht en de vrijheid van Oekraïne. Maar is dat wel goede en houdbare oecumene? Het artikel werd in het Engels gepubliceerd op de site van Oekraïens-Katholieke Universiteit van Lviv waaraan Marynowitsch al vele jaren verbonden is. Marynowitsch was in de jaren zeventig van de vorige eeuw actief in de mensenrechtenbeweging. Hij bracht ten tijde van Breznjev tien jaar in gevangenkampen door. Wij publiceren hier zijn bijdrage integraal in het Duits.

 

 

Wenn die Diplomatie die Oberhand über die Grundsätze des Glaubens gewinnt

In diesen Tagen ist der Name Seiner Heiligkeit, des Papstes Franziskus I. unter den Griechisch-Katholischen Gläubigen in aller Munde. Denn namentlich ihm haben wir zu verdanken, dass die einzigartige Reliquie aus dem Vatikan – das nicht von der Hand gemachte Bildnis Jesu Christi - in die Erzkathedrale des Hl. Georg gebracht wurde. Jetzt pilgern die Gläubigen in Scharen zu diesem Bildnis. Sie kommen von überall, um es im aufrichtigen Gebet zu verehren. Es ist ein großes Geschenk seitens des Papstes zu erlauben, dass diese Ikone in ein Land gebracht wird, in dem ein schmerzlicher Krieg tobt, es ist eine großzügige, segensreiche Geste, die die seelischen Wunden heilt und den Glauben bei den Menschen festigt, die in Unruhe geraten sind.  

Zugleich diskutieren die Gläubigen der Griechisch-Katholischen Kirche mit Sorge die Worte, die Papst Franziskus während der allgemeinen Audienz am 4. Februar 2015 an die Ukrainer richtete. In diesem Fall werden die Seelen der Gläubigen durch Zweifel und Verwirrung zerrissen. Einerseits stimmen diejenigen, die das erwähnte Bildnis Jesus im eifrigen Gebet verehren, der Behauptung des Papstes zu, dass „das Gebet unseren Protest vor Gott während des Krieges darstellt“. Die Menschen sind auch Franziskus I. selbst für sein ständiges Gebet dankbar. Andererseits können sie bestimmte Behauptungen von ihm nicht akzeptieren, die nach ihrer Meinung die Wahrheit verfehlen. Es gibt eine fast einstimmige Meinung: der Papst wurde von seinen Beratern irregeführt.

Die ganze Welt kennt Papst Franziskus als einen kühnen Seelsorger und als einen Menschen, der genaue Worte findet. Unvergesslich bleiben beispielweise seine während der Messe am 28. März 2013 gesagten Worte, der „Hirte müsse nach seinen Schafen riechen“. Oder die Vorwürfe an die Welt, sie behandele Migranten und Flüchtlinge wie „Bauern auf dem Schachbrett der Menschheit“ (im September des gleichen Jahres). Aber weil er sein gesamtes Leben in Argentinien verbrachte, kann Franziskus wohl nicht alle Nuancen des jetzigen russisch-ukrainischen Konfliktes erkennen. Deshalb muss er sich auf die Erklärungen verlassen, die ihm die Kurie bietet. Und darin besteht wohl das größte Problem.

Für viele Vertreter der vatikanischen Diplomatie haben die Beziehungen mit dem Moskauer Patriarchat unbestrittene Priorität, wenn es um die Einstellung zu den Gläubigen der Griechisch-Katholischen Kirche in diesem Teil der Welt gehe. Sie müssen seit langen beklagen, dass sie der quasi-ökumenischen kirchlichen Diplomatie zum Opfer gebracht wurden. Und wenn schon der bekannte katholische Berichterstatter John Allen darüber ganz offen urteilte: «Viele Ukrainer sind der Meinung, dass Papst Franziskus (möglicherweise aus Unachtsamkeit) ihr Land unter die Räder des Busses „der ökumenischen Korrektheit willen“ geworfen hatte, um die russischen Orthodoxen nicht zu reizen»[1], – dann kann man schon daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass dieser Zug der vatikanischen Diplomatie selbst für Nichtukrainer offensichtlich geworden ist.

Ich spreche mich aus!

Meine weiteren Überlegungen werden kritisch sein gegenüber der jetzigen Position des Vatikans in der ukrainischen Frage. Dazu Bewegen mich zwei Gründe. Erstens, mich motivieren die Worte von Papst Franziskus selbst: „Die Kirche --- ist die Mutter: ich muss ihre Sünden und Mängel so betrachten, als betrachtete ich die Sünden und die Mängel meiner eigenen Mutter“. D.h. mich schmerzen die Fehler meiner Mutter, und ich muss über diesen Schmerz reden. Dabei werde ich mit Respekt dem Papst gegenüber sprechen, der selbst kühn die Wahrheit spricht, von der er Zeugnis ablegt.

Und zweitens, in meinem Leben musste ich für die Verteidigung der Wahrheit mit zehn Jahren Freiheitsentzug in einem sowjetischen Lager bezahlen. Deshalb weiß ich, die Treue zur Wahrheit hat einen größeren Wert als die eigene Sicherheit oder die Ruhe und das Wohlergehen. Davon werde ich mich auch weiter leiten lassen.

Die Diplomatie ist ein wichtiger und legitimer Bereich des kirchlichen Lebens. Ihre Vernachlässigung setzt die Kirche den widrigen Winden in ihrer Pilgerschaft aus. Dennoch hat die Diplomatie auch ihre verwundbaren Seiten, denn sie hat vor allem die Zentren der Macht im Blick. Sie interessiert sich nicht für die vielen Äußerungen der Spiritualität oder für persönliche Glaubenszeugnisse, beziehungsweise sie interessiert sich dafür nur in dem Maße, indem es die Zentren der Macht stärkt oder schwächt.  

Dabei lässt sich schwer etwas vorstellen, was dem Dienst an Christus mehr widerspricht als die Verabsolutierung der Machtzentren. Man kann sich schwer Christus vorstellen, der den damaligen Herrschern, d.h. dem Synedrion, schmeichelt und auf die Bemühungen der einfachen Menschen nicht reagiert, ihre Frömmigkeit von Korruption und Lüge zu reinigen.

Das Schweigen der Diplomaten

Für viele vatikanische Diplomaten stellt die ukrainische Kirche - gespalten, provinziell, naiv, ungeschickt in diplomatischen Finessen, - kein Zentrum der Macht dar. Sie existiert für sie lediglich als Unruhestifter (trouble-maker), der Probleme für die Beziehungen mit dem (ihrer Meinung nach) einheitlichen Zentrum der realen kirchlichen Macht in unserer Region - dem Moskauer Patriarchat – schafft.   Lassen wir einmal das Thema unserer eigenen Verantwortung für die ungeschickte Selbstdarstellung vor der Welt beiseite. Für den Faden unseres Gesprächs ist wichtig, dass die vatikanischen Diplomaten sich für die offensichtlichen und um einiges skandalöseren Sünden des Patriarchats von Moskau nicht interessieren: sie werden an der Priorität der Beziehungen mit ihm solange festhalten, wie es die einflussreiche Kraft in den zwischenkirchlichen Beziehungen bleibt.  

Und umgekehrt, die Beamten des Vatikan haben mit fast totalem Schweigen die eindrucksvollen Zeugnisse der Spiritualität auf dem Majdan übergangen. Das Streben der einfachen Menschen nach spirituellen Werten, der Wunsch, die Korruption zu überwinden, das Wiederentstehen des alten Brauchs der Kirche als Zuflucht für die Verfolgten (refugium), das lebendige Phänomen des betenden Majdan mit den täglichen Gebeten, Nachtwachen und Bekehrungen zum Glauben; der Ökumenismus des Majdan und die interreligiöse Zusammenarbeit um die Problematik der Würde des Menschen, das heißt der öffentliche Konsens zwischen allen Christen, zwischen Juden und Muslimen der Ukraine in der Zeit des Majdan, in Bezug auf die Annexion der Krim und die Verteidigung der territorialen Integrität des eigenen Landes; die unglaubliche Tätigkeit der Volontäre zugunsten der vielen Flüchtlinge, Verwundeten und Verletzten - all das hat kein einziges explizites Wort der Unterstützung seitens der römischen Kurie gefunden. Allgemeine Worte über die Notwendigkeit der Versöhnung in der Ukraine waren eher ein Tribut der obligaten Korrektheit als die Äußerung einer wahren christlichen Solidarität, - im Widerspruch zum wahren Gedanken des Papstes selbst, wonach „die christliche Liebe immer nur die eine Eigenschaft – die klare Bestimmtheit hat“.  

Weil die Ereignisse im Interessenbereich des Moskauer Patriarchats stattfanden, hat die vatikanische Diplomatie alle einigermaßen realen Formen der Unterstützung der ukrainischen Revolution der Würde tabuisiert.

In all dem zeigte sich der übermäßige Einfluss der Diplomatie bei den Entscheidungen in der apostolischen Hauptstadt. In solchen Augenblicken wie jetzt spürt man besonders stark, wie die Diplomatie des Vatikans als eines Zentrums der Macht die Funktion des Vatikans als des Zentrums der Spiritualität niederdrückt.   Das Nichtreagieren des Vatikans auf das geistlich authentische Phänomen der Spiritualität des Majdans, mit allen Merkmalen der evangelischen Räte und Seligkeiten ist ein gewaltiger Verlust an Erfahrung des Glaubens. Das ist die Beschädigung des Glaubens zugunsten der zeitweiligen Interessen der kirchlichen Diplomatie.  

Damit erschöpfen sich die Verluste noch nicht. Der Vatikan hat sich vollständig von der öffentlichen Bewertung der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine zurückgezogen und hat sich geweigert, eine Stellungnahme in diesem Konflikt abzugeben. Die Annexion der Krim hat keine Verurteilung gefunden, weder seitens des Vatikans als Staat noch seitens des Vatikans als der Mitte des christlichen Glaubens, dessen Stütze der apostolische Dienst des Petrus darstellt. In keinem der öffentlichen Auftritte oder der Publikationen hat der Vatikan Russland als Aggressor bezeichnet. Das hätte man noch am Anfang des Konflikts verstehen können, als Europa noch nicht in der Lage war, die wahren Gründe und die wahren Schuldigen auszumachen, aber es lässt sich heute nicht rechtfertigen, wo eine ganze Lawine von Beweisen - Photographien, Tonaufnahmen, Dokumenten, persönlichen Zeugnissen, einschließlich seitens der Russen – der unmittelbaren Beteiligung von Russland in diesem Krieg gegen die Ukraine öffentlich zugänglich geworden sind.

Die einzige Geste der öffentlichen Unterstützung seitens des römischen apostolischen Stuhls war die Entsendung des päpstlichen Legaten, Kardinal Schönborn in die Ukraine , seine eintägigen Begegnungen in der ukrainischen Hauptstadt hatten in der Tat eine wichtige symbolische Bedeutung.

Bruderkrieg?

Allerdings sogar im Besitz der entsprechenden Informationen zum Zeitpunkt der erwähnten allgemeinen Audienz im Vatikan bezeichnete der Papst auf Anregung seiner Berater das Blutvergießen im Donbass als „Bruderkrieg“, als wiederhole er eine völlig abwegige Version aus Moskau über den „Bürgerkrieg in der Ukraine“. Selbst jetzt, in der Trauer um die furchtbaren menschlichen Opfer, erwähnt der Papst mit keinem Wort Russland als Aggressor und den eigentlichen Grund dieser Opfer! Und indem er die Ukrainer daran erinnert, dass in diesem angeblich inneren Konflikt „ sich Christen beteiligen“, appelliert der Pontifex von Rom mit keinem Wort an das geistliche Oberhaupt der rußländischen Christen, die gemeinsam mit Putin die Verantwortung für diesen blutigen Konflikt tragen! Der Apostolische Stuhl hat nicht einmal Nadija Sawtschenko verteidigt, die in einem russländischen Gefängnis unter Verletzung aller internationalen Verträge festgehalten wird und sich heute an der Schwelle des realen Todes befindet.

Auf diese Weise wurde dem Papst, einem kühnen Seelsorger und einer moralischen Autorität, die Rolle eines vorsichtigen Diplomaten aufgedrängt, der sich hütet, die Ursachen des Schmerzes, den seine Herde durchleidet, beim Namen zu nennen. Dabei, ist es wie mir scheint, zu etwas noch gefährlicherem für die Kirche gekommen, denn die kirchliche Diplomatie und die fehlende Bereitschaft, die Beziehungen zu Moskau zu verderben, sind brutal in die Domäne des katholischen Glaubens eingedrungen. Die Aufrufe zur Versöhnung hängen in der Luft, wenn die wichtigste Vorbedingung für jede Versöhnung - die Wahrheit - nicht gesichert ist. Mag Russland seinen Krieg gegen die Ukraine als einen hybriden Krieg bezeichnen – eine Wahrheit kann keine hybride Wahrheit sein. Die Feststellung der Wahrheit ist eine Voraussetzung sine qua non für die Sicherung der theologischen und friedensstiftenden Glaubwürdigkeit der Position, für die sich die Kirche entschieden hat. Ohne Feststellung der Wahrheit und ohne ihrer Verteidigung kann die Kirche ihre friedensstiftende Mission nicht ausführen und überhaupt keine entsprechenden Beziehungen zu den anderen Schwester-Kirchen aufbauen.

Kritische Lage

Die Spannungen haben, wie mir scheint, eine kritische Grenze erreicht. Das wurde offensichtlich in jenen Momenten, als die pseudo-ökumenischen Tabus der vatikanischen Diplomatie zur Ursache für die de facto Unterdrückung der Würde des Römischen Apostolischen Stuhls wurden. So war es unzulässig, dass eine öffentliche Protestnote des Vatikans fehlte, als während der Bischofssynode der Katholischen Kirche im Oktober 2014 Metropolit Ilarion (Alfeev) sich als Gast der Synode erlaubte, im Beisein des Papstes die Katholische Kirche zu erniedrigen, indem er ein weiteres Mal die Griechisch-Katholische Kirche, eine der Kirchen in der katholischen Familie, verleumdete. Bereits damals wurde klar, dass die Formel „Dialog um jeden Preis“ einfach zerstörerisch für die Position der Katholischen Kirche sein wird.

Allerdings den Punkt auf das „i“ setzte am 3. Februar d.J. Patriarch Kyrill (Gundjajew), als er von der Höhe seiner geistlichen Majestät den Heiligen Stuhl lobte, der „immer eine ausgewogene Position in Bezug auf die Ukraine eingehalten“ habe.

Deshalb ist jetzt der Augenblick gekommen, in dem die Katholische Kirche ihre Position im ökumenischen Prozess radikal überprüfen und sie von den falschen Stereotypen und der schädlichen Trägheit reinigen muss. Die entsprechende evangelische Formel für eine solche Reinigung wäre, wie mir scheint, die paradoxe Maxime aus dem Matthäusevangelium (10:39): «Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen“. In dieser Maxime muss man nur das Wort „Leben“ durch die Worte „ökumenischer Dialog“ ersetzen. Es ist unmöglich, den ökumenischen Dialog zum Preise der Wahrheit zu führen; ganz im Gegenteil, das ist der beste Weg, ihn zu verlieren.

Nur wenn man wagt, die von Moskau aufgezwungene Beteiligung an der verlogenen Parodie eines Dialogs einzustellen, kann der Apostolische Stuhl seine Ergebenheit der Wahrheit gegenüber wieder erneuern und daseigentliche ökumenische Gespräch mit den Schwester-Kirche nbeginnen, die die wertmäßigen Grundlagen des Dialogs selbst beachten. Nur wenn man die jetzige Imitation eines ökumenischen Dialogs um Christi und seiner Wahrheit willen „verliert“, kann man die wahre Bereitschaft der christlichen Kirche zur Brüderlichkeit in der Wahrheit und in der Liebe gewinnen.

Myroslaw Marynowytsch
Ehemaliger Häftling der Konzentrationslager in der Zeit von Brezhnew

[1] Originalfassung: “many Ukrainians feel, is that Francis (perhaps inadvertently) threw their country under the bus for the sake of being “ecumenically correct,” meaning not irritating the Russian Orthodox” - https://www.cruxnow.com/church/2015/02/05/is-the-popes-view-of-ukraine-blurred-by-ecumenical-correctness/?s_campaign=crux:rss?s_campaign=crux:email:ja

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