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Gleiches Ziel, verschiedene Wege
Bischof und niederländische Kirchenvertreter zu Besuch in
Hephata
Freunde können
sich vieles sagen, ohne die gleiche Meinung haben zu müssen. „Es
geht nicht darum, welches System das bessere ist, sondern um den
Austausch“, sagt Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der
Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Er bilanziert damit
den dreitägigen Besuch von katholischen und evangelischen
Kirchenvertretern bei der Evangelischen Kirche von
Kurhessen-Waldeck (EKKW) in Hephata.
„Uns liegt viel an der engen Freundschaft“, sagt Bischof Hein.
Eine Freundschaft, die schon lange dauert. Seit mehr als 30
Jahren kommen Vertreter der EKKW, des niederländischen „Bisdom
’s-Hertogenbosch“ und der „Protestantse Kerk Noord-Brabant en
Limburg“ einmal im Jahr zusammen. Abwechselnd finden die
Tagungen in Deutschland und den Niederlanden statt. Die
Atmosphäre ist entspannt, man freut sich, sich zu sehen, fernab
des offiziellen Protokolls. Auf der Tagesordnung steht jedes
Jahr ein zentrales Thema, „Diakonie in unseren Kirchen“ lautet
es diesmal. Hephata bot sich somit als Tagungsort an. „Es war
interessant, nicht nur etwas zu der Fragestellung zu lernen,
sondern auch über die Einrichtungen, Ziele und das Budgetvolumen
Hephatas“, so Bischof Hein. Die Tagung vom 25. bis 27. März sei
aber noch mit einem weiteren Aha-Effekt verbunden gewesen: „Das
Sozialwesen ist in den Niederlanden viel privatisierter als bei
uns.“ Dort gelte es für die Kirchen nur dort helfen zu können,
wo andere nicht helfen. Nicht aber, umfassend diakonisch tätig
sein zu können.
Verantwortung
wahrnehmen
Pfarrer Jan A.
Compagner, „Protestantse Kerk Noord-Brabant en Limburg“,
pflichtete Hein bei: „Bei uns existiert die Diakonie ganz anders
als in Deutschland. Große hauptberufliche Einrichtungen und
Strukturen gibt es fast nicht. Bei uns liegt der Schwerpunkt der
Diakonie, mit oft beschränkten Möglichkeiten, darauf, dass die
Gemeindemitglieder ihre eigene Verantwortung gegenüber Schwachen
wahrnehmen.“ Bischof Drs. Anton Hurkmans, „Bisdom ’s-Hertogenbosch“,
ergänzte: „Für den katholischen Bereich sieht das etwas anders
aus. Unsere Schwestern und Brüder machen schon diakonische
Arbeit mit Schulen und Krankenhäusern.“ Träger der Diakonie
seien jedoch auch hier die Gemeindemitglieder. Für Hurkmans ist
ein Ergebnis des bilateralen Austauschs: „Die Organisation ist
anders, bei der Zielsetzung stimmt vieles überein.“
Zu diesem Schluss kaum auch Hephata-Direktorin, Pfarrerin
Barbara Eschen, die die Kirchenvertreter in Hephata begleitete.
„Ich habe eine ganze Menge gelernt. Mir ist bewusster geworden,
dass wir die kirchliche Diakonie in unserem Staat als Chance
nutzen und bewahren müssen.“ Andererseits sei aber auch
erkennbar gewesen, dass es da, wo es in der Gesellschaft
brenzlig werde, jeder gefragt sei. Egal ob hauptberuflich oder
ehrenamtlich. Ein Aspekt, den Bischof Hein stützte: „Diakonie
darf nicht nur beruflich gesehen werden.“ (me)
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